Wegekreuze in der Eifel

Verschiedene Arten von Kreuzen

Die in unserer Gegend noch erhaltenen Wegkreuze kann man zwei Gruppen zuordnen:

1.) HOHEITSRECHTLICHE KREUZE
2.) DEVOTIONSKREUZE

Zu den hoheitsrechtlichen Kreuzen zählen die sogenannten Markt- und Gerichtskreuze, die sich auf Marktplätzen erheben und das Recht des Marktes und der Gerichtsbarkeit symbolisieren. Vor die Kreuzen wurde Gericht abgehalten, wobei die Angeklagten während der Verhandlung vor diesen Kreuzen kniend verweilen mußten. Kennzeichnend sind bei dieser Art meist das eingemeißelte Agnus dei, die schwörende Hand und der Galgen.

Grenzkreuze zeigen die Gerichts-, Bann-, Territorial- oder Weistunisgrenzen an. In den meisten Fällen ist auf diesen Kreuzen zu lesen, daß zu dieser Stelle der Herrschaftsbereich einer bestimmten Gerichtsbarkeit reicht.

Sühnekreuze, die auf offizielle kirchliche Veranlassung von der Familie eines Totschlägers gesetzt werden mußten, um die Seele des Erschlagenen und dessen Familie auszusöhnen und so der Blutrache vorzubeugen.
 

Zu der Gruppe der Devotionskreuze ordnet man ein die Totengedächtniskreuze (Mord und Totschlag), die, nachdem Mitte des 16.Jahrhunderts die Gerichtsbarkeit in weltliche Hände überging, als Sühnekreuze zu verstehen sind und deren Inschrift an tragische oder besondere Ereignisse mit dem Namen des Verunfallten, dem Datum und dem Hergang der Tat erinnern.

Kriegskreuze, die zumeist als Erinnerung an einzelne gefallene Soldaten oder durch die Kriegswirren umgekommene Zivilpersonen errichtet wurden.

Unfallkreuze, deren Aussehen ähnlich den Totengedächtniskreuzen sind und eine Verwandtschaft zu Grabkreuzen haben. Auch sie weisen in ihren Inschriften auf Datum, Name und Unfallursache hin.

Dank- und Gelöbniskreuze, die von Einzelpersonen wegen überstandener Schicksalsschläge (Krankheiten etc.), oder von Familienmitgliedern nach Erlösung von schwerem Leiden ihrer Angehörigen aber auch von Dorfgemeinschaften wegen Verschonung vor Zerstörung im Krieg oder vor Seuchen und Epidemien errichtet wurden.

Andachtskreuze: Sie sind erkennbar durch die Anrufung der Heiligen (meist Namenspatron), durch Erflehen eines Gebetes für die armen Seelen, durch fromme Ermahnungen und durch Huldigungen wie z.B.: "Gott zu Eh-. Man nimmt an, dass diese Andachtskreuze aus frommer Erbauung oder um der Nachwelt ihre Namen zu erhalten, errichtet wurden. Name und Erstellungsjahr fehlen diesen Kreuzen in den seltensten Fällen.

Pilgerkreuze: Sie sind Andachtsstätten, Orientierungshilfen (Wegweiser) und oft auch Erinnerungsmale für auf der Pilgerfahrt verstorbener Pilger. Man findet sie in unserem Gebiet besonders auf den Strecken "Niederrhein - Trier", "Mayen - Trier" mit dem Ziel St. Matthiaskirche in Trier (Grab des Apostels) und "Prüm - Echternach" (Springprozession).

Prozessionskreuze; aufgestellt z.B. für die Flurbegehung an den Bittagen vor Christi Himmelfahrt und die Karfreitags- und Fronleichnamsprozessionen (Kreuzwegstationen).

Fußfälle: Die sieben Fußfälle sind wahrscheinlich die Vorläuferform der vierzehn Stationen des Kreuzweges. Sie werden, nach einem alten Brauch in der Eifel seit dem 15. Jahrhundert noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, mit Bittgängen der Kinder, die an den einzelnen Stationsbildern um die schnelle Erlösung hoffnungslos Kranker baten, in Verbindung gebracht.

Wetterkreuze sind den Prozessionskreuzen zuzuordnen und dienten zur Abwehr von Gewitter und Hagel, zum Schutz von Mensch und Tier und zum Gedeihen der Feldfrüchte. Erkennbar ist diese Art der Kreuze meist an der Inschrift oder aber durch die Abbildung des hl. Donatus, dessen Attribut ein Blitz ist.

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