Wegekreuze in der Eifel

Fußfälle

Geburt und Sterben sind Grenzsituationen im Leben des Menschen; egal, ob er arm oder reich, gläubig oder nichtgläubig ist. Für den an Gott glaubenden Menschen bedeutet das Sterben Weiterleben in anderer Form als der irdischen. Bereits im Glaubensbekenntnis heißt es, dass das natürliche Leben das Leben zwischen Geburt und Tod ist. Das übernatürliche Leben aber das ewige Leben bedeutet, das wir mit dem Überschreiten der Schwelle vom Leben zum Tod erreichen. Oft aber bedeutet dieses Überschreiten ein langes und qualvolles Leiden, an dem in früheren Jahren, als die Versorgung der Landstriche mit Krankenhäusern noch nicht so flächendeckend war wie in der heutigen Zeit und die Kranken noch daheim in einer stillen Kammer auf dem Sterbebett daniederlagen, die Dorfbewohner mitfühlende Anteilnahme zeigten.

Aus dieser Zeit stammt wohl auch der besondere Brauch des Betens der sieben Fußfälle. Es ist eine fromme und ehrfürchtige Form des Gemeinschaftsbetens, die in vielen Gemeinden noch bis zum heutigen Tag Bestand hat.

War der Schwerkranke eine Frau, so gingen sieben Mädchen sieben bestimmte Kreuze in der Gemarkung ab. Sie beteten an jeder Station entweder sieben Vaterunser mit dem Zusatz: "Herr gib dem kranken, was ihm zum Heile dient!" oder den schmerzhaften Rosenkranz. In manchen Gemeinden bezogen sich die Gebete auch auf die fünf Wunden Jesu oder die sieben Leiden Mariens. Dieses Ritual wurde von sieben Jungen durchgeführt, wenn es sich bei dem Todkranken um einen Mann handelte.

Bei unseren Recherchen über die Wegekreuze unserer Region stießen wir immer wieder auf diese Fußfallkreuze oder deren Überreste. In manchen Fällen waren sie sogar noch alle vorhanden.