Wegekreuze in der Eifel

Geschichte

In früheren Jahren war es in der Eifel ein geflügeltes Wort, wenn man sagte: "Us dr Nut (Not) kütt mr eri dr Dut (Tod)." Dieses sollte bedeuten, daß das Sterben in besonderem Sinne eine erlösende, manchmal aber auch eine komische Seite aufzuweisen vermag.

So ist uns eine Schmunzelgeschichte, die wir in weiterem Sinne dem Brauchtum der sieben Fußfälle zuschreiben können, von Eifelbauern Mattes Spirkel, der im Sterben lag, überliefert. Sie handelt vom "Beten um baldige Erlösung vorn schweren Leiden" am Sterbebett:

»Ach Gott, das Scheiden von dieser buckligen Welt fiel ihm nicht schwer. Das Leben an der Seite seiner geizigen Frau war freudlos geblieben; es war ein einziges Placken und Schinden gewesen. Sie war so geizig wie ein abgenagter Knochen, nichts hatte sie ihm gegönnt.
Jetzt saß die Frau bei ihm am Sterbebett und wartete ungeduldig auf seinen Tod. Jedoch der Tod ließ sich nicht von ihr befehlen; die ganze Nacht zog sich das Sterben hin, erst gegen Morgen ging es mit ihm zu Ende. Als sie es merkte, zündete sie schnell die Sterbekerze an, die schon bereitstand. Da stieß im Stalle die Kuh ihren Ruf in die Morgendämmerung. Die Frau horchte hinaus, als dann die zweite Kuh ihr Muh lang und laut hören ließ, stand sie hastig auf und schritt hinaus, die Tiere zu melken. In der Tür aber wandte sie sich noch einmal um und - beinahe hätte sie es vergessen - sagte zu dem Manne, der dort mit dem letzten Verröcheln rang: t ich noch saon wollt, Mattes, vergiß et net! Wannste dut bes: blaos de Keerz aus!"« (Kremer).

Auch wird des Öfteren gesagt, dass der Verstorbene einen "schönen Tod" hatte. So soll einmal, nach dem Ableben eines Verwandten, jemand auf die Frage: "Ist er denn gut gestorben?" geantwortet haben: "Oh, dän oß esu schihn jestorwe, esu schihn, m’r hatten oos wahr Pläsir drän!"